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Vertikutieren

Vertikutieren ist eine Pflegemaßnahme, bei der mit vertikalen Messern der Rasenfilz aus dem Grün oder Fairway geschnitten wird.

Beim Vertikutieren fährt der Greenkeeper eine Maschine mit senkrecht rotierenden Messern über die Rasenfläche. Diese Messer schlitzen die obere Bodenschicht und ziehen abgestorbenes Material, Moos und Filz heraus. Dieser Filz, im Englischen Thatch, entsteht durch abgestorbene Halme und Wurzelreste. Zu viel davon verhindert, dass Wasser, Luft und Nährstoffe die Wurzeln erreichen. Das Ergebnis nach der Maßnahme: ein lockererer Boden und ein gesünderer, dichterer Rasen. Vertikutieren gehört neben dem Aerifizieren zu den wichtigsten Pflegearbeiten auf dem Grün.

Für dich als Spieler sieht das so aus: Nach der Pflegewoche sind die Grüns gestreift, offen und oft mit Sand bedeckt, weil das Vertikutieren häufig mit Topdressing kombiniert wird. Die Bälle rollen langsamer und springen unruhig ab. Ein Beispiel aus dem Alltag: Du kommst im Frühjahr auf die Anlage und findest kurze Pfähle vor dem ersten Abschlag mit dem Hinweis „Pflegearbeiten". Die ersten Putts laufen zwei Schlägerlängen kürzer als gewohnt. Das ist kein schlechter Platz, sondern ein gepflegter.

Typisches Missverständnis ist der Frust über die vermeintlich kaputten Grüns. Das Gegenteil ist der Fall: Ohne diese Eingriffe würden die Flächen über die Jahre verfilzen und schlechter spielbar. Gut geführte Anlagen legen die Termine in ruhige Phasen und kündigen sie an. Kalkuliere nach Pflegewochen einfach festeren Putt und mehr Geduld ein — nach ein bis zwei Wochen rollt alles wieder wie vorher, meist besser.

Häufige Fragen

Warum rollt mein Putt nach dem Vertikutieren so unruhig?

Weil die Messer den Rasenfilz herausziehen und die Fläche dabei gestreift und offen bleibt, oft zusätzlich mit Sand bedeckt. Der Ball läuft kürzer und springt unruhig ab — das ist normal und gewollt. Kalkuliere in den ersten Tagen nach der Pflege einfach einen festeren Putt und mehr Geduld ein.

Ist Vertikutieren schlecht für den Platz?

Nein, im Gegenteil: Ohne diesen Eingriff würde der Boden über die Jahre verfilzen, und Wasser, Luft und Nährstoffe kämen nicht mehr an die Wurzeln. Das Vertikutieren gehört neben dem Aerifizieren zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen überhaupt. Nach ein bis zwei Wochen rollen die Grüns wieder wie vorher, meist sogar besser.

Wie erkenne ich vor der Runde, dass gerade Pflegearbeiten laufen?

Gut geführte Anlagen kündigen Pflegewochen im Vorfeld an, etwa per Aushang, Newsletter oder auf der Website. Vor Ort erkennst du es an Hinweisschildern am ersten Abschlag und an den sichtbar gestreiften, teils gesandeten Grüns. Häufig wird das Vertikutieren dabei mit dem Topdressing kombiniert, also dem Auftragen von Sand.