Wind
Wind ist der Wetterfaktor, der den Ballflug im Golf am stärksten beeinflusst.
Wind verändert Weite, Höhe und Richtung jedes Schlags. Gegenwind verkürzt die Distanz und lässt den Ball steiler steigen, Rückenwind verlängert den Flug und drückt die Landung flacher. Seitenwind versetzt die Linie, je nach Richtung um mehrere Meter. Besonders spürbar ist das auf offenen Küstenplätzen vom Typ Links, wo kaum Bäume den Wind brechen. Wer die Flugkurven seines Balls kennt, kann den Wind in die Planung einrechnen statt ihn als Überraschung zu erleben.
In der Praxis heißt das: Schlägerwahl und Schwung anpassen. Ein Beispiel: Par 3 über 140 Meter, kräftiger Gegenwind frontal. Statt dem üblichen Eisen 8 nimmst du das Eisen 6, schwingst ruhig und hältst den Ball flach. Bei Seitenwind von links zielst du bewusst links an den Grünrand und lässt den Wind den Ball zurücktragen. Unter Wind aus einer Baumreihe heraus hilft der flache Punch, weil der Ball unter der Böenzone bleibt. Selbst auf dem Grün spielt der Wind mit: Bei starken Böen verbreitert du den Stand beim Putten, um ruhig zu stehen.
Der häufigste Fehler bei Gegenwind ist das härtere Schwingen. Mehr Schwunggeschwindigkeit erzeugt mehr Backspin, und genau der Spin lässt den Ball im Gegenwind aufsteigen und abbremsen. Der Ball fällt dann steil und weit kürzer als geplant. Besser ist die alte Tour-Weisheit: Bei Wind leicht schwingen, einen Schläger mehr nehmen und den Ball unten halten. Wer gegen den Wind kämpft, verliert; wer mit ihm rechnet, gewinnt.
Häufige Fragen
Wie viel mehr Schläger nehme ich bei Gegenwind?
Als Faustregel gilt: pro spürbarer Windstufe einen Schläger mehr, bei starkem Gegenwind gern zwei. Wichtiger als die Zahl ist der ruhige Schwung, denn wer gegen den Wind härter schwingt, erzeugt mehr Backspin — und genau der lässt den Ball aufsteigen und abbremsen. Ein gefühlvoller Dreiviertel-Schwung mit dem längeren Eisen fliegt flacher und kommt weiter.
Wie spiele ich bei Seitenwind aufs Grün?
Ziele bewusst neben die Fahne und lass den Wind den Ball zurücktragen, statt gegen ihn anzuschneiden. Bei Wind von links zielst du an den linken Grünrand, bei Wind von rechts entsprechend umgekehrt. Wer seine typischen Flugkurven kennt, kann Seitenwind sogar nutzen, um eine Kurve zu verstärken.
Beeinflusst Wind auch das Putten?
Ja, bei starken Böen kann der Wind deine Balance im Stand und bei losem Boden sogar den liegenden Ball bewegen. Verbreitere den Stand leicht und halte die Knie weich, um ruhig zu stehen. Weht der Ball von allein weg, ohne dass du ihn berührt hast, wird er straflos zurückgelegt.