Abschwung
Der Abschwung ist der Teil des Golfschwungs vom Umkehrpunkt oben bis zum Treffmoment mit dem Ball.
Der Abschwung folgt auf den Rückschwung und ist die Phase, in der die Geschwindigkeit entsteht. Er beginnt idealerweise mit dem Unterkörper: Die Hüfte dreht Richtung Ziel, danach folgen Schultern, Arme und zuletzt die Hände mit dem Schläger. Diese Reihenfolge nennt man kinematische Kette. Erst nach dem Ball, im Durchschwung, läuft die Bewegung aus. Im Abschwung entscheidet sich die Schwungbahn, also ob der Schläger von innen, außen oder neutral zum Ball kommt. Dieser Bruchteil einer Sekunde bestimmt Richtung und Qualität des Schlags.
In der Praxis geht es beim Abschwung um den ersten Bewegungsimpuls. Ein Beispiel: Du stehst oben am Umkehrpunkt und startest mit den Armen — der Schläger fällt nach außen, und es entsteht der klassische Slice. Startest du dagegen mit dem Hüftdreh, bleibt der Schläger innen und trifft den Ball sauber aus der Mitte. Viele Trainer arbeiten genau an diesem ersten Schritt, weil der Rest des Abschwungs zu schnell für bewusste Steuerung ist. Ein ruhiges Take Away zu Beginn des Schwungs erleichtert die richtige Reihenfolge oben.
Das häufigste Missverständnis: Im Abschwung soll man den Ball treffen wollen. Tatsächlich schwingst du durch den Ball hindurch, das Ziel ist eine Position jenseits des Balls. Wer auf den Ball zielt, verlangsamt vor dem Treffmoment und verliert Länge. Ein weiterer typischer Fehler ist das bewusste Verkrampfen der Hände, um den Schläger zu führen — das blockiert die Rotation. Baue den Abschwung in deine Preshot Routine ein, indem du mit einem ruhigen Probeschwung das Gefühl für die Reihenfolge holst.
Häufige Fragen
Womit starte ich den Abschwung am besten?
Mit dem Unterkörper: Die Hüfte dreht zuerst Richtung Ziel, dann folgen Schultern, Arme und zuletzt die Hände mit dem Schläger. Diese Reihenfolge nennt man kinematische Kette, und sie erzeugt die Schlaglänge. Wer oben mit den Armen startet, bringt den Schläger nach außen und reißt den Ball.
Warum entsteht mein Slice oft schon im Abschwung?
Der klassische Slice entsteht, wenn der Schläger von außen nach innen zum Ball kommt — meist, weil Schultern und Arme den Abschwung eröffnen statt der Hüfte. Der erste Impuls entscheidet, denn danach ist der Schwung zu schnell für bewusste Korrekturen. Arbeite mit einem ruhigen Probeschwung an genau diesem ersten Schritt.
Soll ich im Abschwung bewusst auf den Ball zielen?
Nein, schwinge durch den Ball hindurch auf eine Position jenseits davon. Wer den Ball „treffen will", bremst unbewusst vor dem Treffmoment und verliert Länge und Kontrolle. Der Ball liegt nur im Weg deines Schwungs — das klingt komisch, ist aber einer der wirksamsten Gedanken im ganzen Golfspiel.