Schenken
Schenken heißt, dem Gegner einen Putt im Lochspiel zu erlassen — der Ball gilt als eingelocht, ohne gespielt zu werden.
Das Schenken, im Englischen „Concede" oder umgangssprachlich „Gimme", gehört zum Lochspiel. Dort spielst du Loch für Loch gegen einen Gegner, und du darfst ihm jederzeit einen Schlag schenken. Üblich ist das bei sehr kurzen Putts: Liegt der Ball einen Schlägerkopf vom Loch entfernt, sagst du „ist gut" oder „schenk ich dir", und der Gegner nimmt den Ball auf. Der geschenkte Putt zählt als eingelocht. Wichtig: Das Schenken ist nur im Lochspiel erlaubt, im Zählspiel muss jeder Ball ins Loch gespielt werden.
In der Praxis hat das Schenken zwei Funktionen: Es beschleunigt die Runde und gehört zur Etikette. Ein Beispiel aus dem Matchplay: Dein Gegner hat einen 40-Zentimeter-Putt zum halben Loch. Du schenkst ihn, beide gehen zum nächsten Abschlag, das Loch ist geteilt. Umgekehrt kannst du das Schenken auch strategisch einsetzen: Wer dem Gegner früh in der Runde kurze Putts schenkt und später bei Druck plötzlich putten lässt, verändert dessen Rhythmus. Das ist erlaubt und Teil der Lochspiel-Taktik — solange du es nicht gezielt zur Störung einsetzt.
Der häufigste Fehler passiert im privaten Zählspiel: „Den schenk ich dir" auf der Club-Runde, und die Runde wird danach zur Handicap-Wertung eingereicht. Das ist regelwidrig — für eine gültige Vorgaben-Runde muss jeder Ball eingelocht sein. Ein zweites Missverständnis: Ein geschenkter Putt kann nicht zurückgenommen werden. Hast du das Loch einmal konzediert, gilt die Entscheidung, auch wenn der Gegner den Putt danach zur Übung daneben spielt. In Turnieren im Zählspiel-Format gilt grundsätzlich: ausputten, immer.
Häufige Fragen
Darf ich einen geschenkten Putt wieder zurücknehmen?
Nein, einmal geschenkt gilt die Entscheidung — der Ball zählt als eingelocht, auch wenn dein Gegner den Putt danach zur Übung daneben spielt. Überlege dir das Schenken deshalb in Ruhe, besonders bei wichtigen Löchern im Matchplay. Zurücknehmen lässt sich das Concede nicht mehr.
Warum darf ich im Zählspiel keine Putts schenken?
Weil im Zählspiel jeder Ball tatsächlich eingelocht werden muss — das Schenken ist eine Regel, die es nur im Lochspiel gibt. Wer auf einer privaten Runde Putts schenkt und das Ergebnis zur Handicap-Wertung einreicht, spielt regelwidrig. In Turnieren und auf vorgabenwirksamen Runden gilt daher immer: ausputten, ohne Ausnahme.
Kann ich das Schenken taktisch einsetzen?
Ja, das gehört zur Lochspiel-Taktik: Schenkst du früh in der Runde kurze Putts und lässt deinen Gegner später unter Druck plötzlich putten, veränderst du dessen Rhythmus. Das ist erlaubt, solange du es nicht gezielt zur Störung einsetzt. Im Lochspiel ist das Timing der Geschenke fast so wichtig wie das eigene Spiel.